Der Superstar ist ein Tausendsassa für jede Gartenmode: Ob üppiger Cottagegarten, naturnah oder asiatisch – mit ihren barocken Blütenbällen macht sie überall eine gute Figur. Mit aufrechtem Wuchs und vielen Grundtrieben bildet sie einen dichten Busch mit weich gerundeter Sil- houette. Als lange Reihe ist sie leuchtender Wegbegleiter, rahmt elegant einen Gartenbereich, kann legerer Raumtei- ler sein oder ein weithin strahlender Solitär mit wunder- voller Fernwirkung. Zur Gattung gehören achtzig Arten und unzählige Sorten, die seit Jahren ein triumphales Comeback feiern. Ob sty- lish, im Vintage-Look, klassisch bäuerlich oder sogar mit Gräsern – sie passen einfach überall. Neben ihrer formida- blen Erscheinung sind die meisten Hortensien ziemlich ro- bust, winterhart und pflegeleicht, bei richtigem Standort – oft eher imHalbschatten – und genugWasser. Ihr botani- scher, griechischer Name Hydrangea bedeutet „wasserzie- hend“. Bei Wassermangel macht sie schnell schlapp. Heute sind Hortensien fast unverzichtbar sowie schöner, vitaler und blütenreicher als je zuvor, überwiegend in sanften nostalgischen Pastelltönen. Apart sind zweifarbi- ge Blüten und selbst dreifarbige Sorten finden Liebhaber. Eine Züchtung überrascht mit gekräuseltem Blütenrand, wie von einem beschwipsten Designer mit der Plissier- schere in Schwung gebracht. Begehrt sind neben den ballförmigen Bauernhortensien tellerförmige mit flachen, fragilen Blütenständen. Wie geklöppelte Brüsseler Spitze wirken die flachen cremeweißen Blüten der Kletterhorten- sie. Rispenhortensien betören durch kegelförmige Dolden in sanften, edlen Tönen, die zwischen cremeweiß, weiß- lich-grün und grün-rosé changieren. Kenner schätzen die Samthortensie mit großen hellvioletten Blütentellern und langen tannengrünen Blättern, die sich wie Samt anfühlen. Gefragt ist auch die extravagante Eichenblatthortensie mit phantastischer Herbstfärbung. Die kegelförmigen locke- ren Blütenrispen wechseln von weiß zu rosa. Apropos: Das Verblühen von Hortensien gehört zum Schönsten überhaupt: „Keine Blume stirbt schöner“, seufz- te schon beseelt der Potsdamer Züchter und Gartenphilo- soph Karl Foerster. Also bloß nicht zur Schere greifen im Herbst, sondern Kugeln oder Teller stehenlassen und sich an ihrem morbiden Verblassen erfreuen. Noch dekorativer ist es, wenn Frost und Schnee sie mit weißen Hauben be- kränzen. Hortensien können alles: Sich als bonbonbunte Diven geben oder als weiße Grazien auch Minimalisten bezaubern. H auchzarter S uperstar GARTEN aktiv & jung 2|2018 26

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