aktiv&jung 01|2020
Die Wechseljahre fal- len bei vielen Frauen in eine Zeit weiterer "Wechsel" im Leben: Die Kinder sind selbstständig, gehen aus dem Haus. Plötzlich bleibt wieder mehr Zeit für die Partnerschaft. Das kann die Beziehung stärken, manchmal zur Herausforderung werden. Auch im Job haben viele Frauen in dieser Lebens- phase den Zenit erreicht oder bereits überschrit- ten. Manche orientieren sich beruflich um oder wagen den Neustart nach der Kindererzie- hung. Auch solche Umbrüche im Privaten wie im Berufsleben beeinflussen das Wohlbefinden – positiv oder negativ. TYPISCHE BESCHWERDEN Viele Frauen haben in den Wechseljahren mit wie- derkehrenden Hitzewallungen zu kämpfen. Meis- tens breitet sich plötzlich eine Hitzewelle über Gesicht, Hals und Oberkörper aus. Das Gesicht rötet sich und es folgt ein Schweißausbruch, der einige Minuten anhält, danach setzt oft ein Frösteln ein. Bei rund einem Drittel der Be- tro enen treten solche Hitzewallungen über eine Zeitraum von fünf Jahren und länger auf. Bei vielen Frauen bessern sich Hitzewallungen im Verlauf der Wechseljahre von alleine wieder. Auch nachts schwitzen manche Frauen in den Wechseljahren verstärkt. Frauen werden in den Wechseljahren oft etwas fülliger. Allerdings legen auch viele Männer im mittleren Lebensalter an Gewicht zu. Denn mit den Jahren sinkt bei beiden Geschlechtern der Kalorienbedarf, die Muskelmasse verringert sich. Wer nicht gegensteuert, nimmt unweigerlich zu. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung und viel Bewegung helfen, das Gewicht zu halten beziehungsweise wieder abzunehmen. DAS HILFT Die Beschwerden nerven natürlich, das lässt sich nicht beschönigen. Aber sollten Sie zu demDrittel der Betrof- fenen gehören, sehen Sie es nicht als Schicksalsschlag an. Die Wechseljahre sind keine Krankheit. Und aus- halten müssen Sie es auch nicht, wenn Ihnen das eine oder andere Symptom zu scha en macht. Besprechen Sie mit Ihrer Frauenärztin, welche Behandlungswege für Sie in der momentanen Lage infrage kommen. Klar liegt es auf der Hand, die fehlenden Hormone zu erset- zen. Sie können Tabletten schlucken oder die Hormone über ein Gel oder P aster durch die Haut aufnehmen. Eine Hormontherapie kann Nebenwirkungen haben. Vor- und Nachteile müssen also sorgfältig abgewogen werden. Ärzte stimmen die Hormonbehandlung indi- viduell auf die Bedürfnisse der Patientin ab. Dabei ver- fahren sie nach dem Prinzip: So wenig Hormone wie möglich, so viel wie nötig. Das bedeutet, dass die Hor- mone in der niedrigsten wirksamen Dosierung und für die kürzest mögliche Dauer eingesetzt werden. Zur Linderung stehen auch sanftere Alternativen zur Verfügung. P anzliche Präparate scha en das prak- tisch ohne Nebenwirkungen. Viele Kurhäuser bieten speziell auf die Bedürfnisse von Frauen in denWechsel- jahren zugeschnittene Programme an. Falls Ihnen Yoga liegt, weil es zu einem guten Körpergefühl verhilft und Stress abbaut, scha t Hormonyoga sogar noch mehr: Die besonderen Übungen wirken vor allem auf die Sexualorgane, Eierstöcke, Gebärmutter, Nebennieren, und können, regelmäßig und dauerhaft angewandt, hormonelle Schwankungen besänftigen. Elisabeth Greck GESUNDHEIT Die Perimenopause stellt, auch was die unliebsamen Beschwerden betri t, den Höhepunkt des Klimakteriums dar. Etwa im Jahr vor und nach der letzten Menstruation macht sich die hormonelle Berg- und Tal-Fahrt am inten- sivsten bemerkbar. Doch es wird Sie beruhigen, dass nicht jede Frau zwangsläu g von Symptomen heimgesucht wird. Studien zufolge betri t das in starker Ausprägung nur etwa ein Drittel der Frauen im Klimakterium. Ein weite- res Drittel verspürt nur vereinzelte Beschwerden, das letzte Drittel bleibt sogar nahezu unbehelligt. Hat sich der Körper daran gewöhnt, dass von den Eierstö- cken endgültig nichts mehr kommt, enden auch die Hor- monschwankungen und die davon ausgelösten Störungen. Es bleibt jedoch der Östrogenmangel. Das führt in der Post- menopause dazu, dass die Haut trockener und schla er wird, weil sie weniger Feuchtigkeit speichern kann. Ohne Östrogene werden auch Knochen und Knorpel spröder. Bei Frauen lassen sich Osteoporose und Gelenkschmerzen ab den Wechseljahren auf den veränderten Hormonstatus zu- rückführen. Auch das Scheidenmilieu verändert sich. Damit steigt die Infektanfälligkeit, auch für Blasenentzündungen, außerdem fehlt es an Gleit üssigkeit. 17 aktiv & jung 1|2020
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