Aktiv&Jung 02|2019
Die Vorsorge beim Augenarzt ist unerlässlich. Fachverbände raten gesunden Menschen ab dem 40. Lebensjahr alle zwei bis fünf Jahre zur Früher- kennung zu gehen. Wer erblich vorbelastet oder extrem kurzsichtig ist, raucht, unter Diabetes, Bluthochdruck oder viel Stress leidet, sollte sich häu ger untersuchen. Makuladegeneration Die altersbedingte Makuladegeneration, kurz: AMD, ist die Hauptursache schwerer Sehbehinderung bei Menschen über 60 Jahren in der westlichenWelt. Dabei gehen Sehzel- len in der Netzhautmitte, die scharfes und farbiges Sehen vermitteln, zugrunde. Erstes Anzeichen ist verschwomme- nes oder verzerrtes Sehen. Im Spätstadium zeigt sich in der Mitte des Gesichtsfeldes nur noch ein dunkler Fleck. Da- durch ist zwar eine räumliche Orientierung noch möglich. Gesichter erkennen, Zahlen und Buchstaben entzi ern, das wird jedoch mit der Zeit unmöglich. Hat einmal ein Zellsterben im Auge eingesetzt, kann man den Prozess nur noch verzögern. Konkret sollte auf dem Speiseplan wenig industriell pro- zessierte Nahrung, dafür viel frisches, vitaminreiches Ge- müse stehen. Fisch, Olivenöl und Omega-3-Fettsäuren, wahlweise auch in Form von Fischöl-Kapseln, schützen, wenn dies über längere Zeit regelmäßiger Bestandteil der Ernährung ist. Grauer Star Beim grauen Star (Katarakt) trübt sich die ursprünglich klare Augenlinse. Das behindert das Sehen zunehmend. Je nach Lage der Trübung ist mehr das Sehen in der Nähe (Lesen) oder das Sehen in der Ferne betro en. Meist er- kranken – teilweise auch zeitversetzt – beide Augen. Hauptsymptome sind verschwommenes Sehen und zu- nehmende Blendemp ndlichkeit. Einzige Therapie ist die Operation. Indem die getrübte Linse durch eine Kunstlin- se ersetzt wird, lässt sich das Sehvermögen meist wieder deutlich verbessern – Brillenfreiheit nach dem Eingri ist unter bestimmten Voraussetzungen ein nahezu realisti- sches Szenario geworden. Glaukom Glaukom oder grüner Star bezeichnet eine Gruppe ver- schiedener Augenerkrankungen, die meist lange Zeit un- bemerkt bleiben, jedoch den Sehnerv schädigen und auf Dauer das Sehvermögen einschränken. Schlimmstenfalls erblindet das Auge. Hauptrisikofaktor eines Glaukoms ist ein individuell erhöhter Augeninnendruck. Kurzsichtigkeit Kurzsichtigkeit ist eine angeborene oder erworbene Fehl- sichtigkeit des Auges. Kurzsichtige sehen weiter entfernte Gegenstände undeutlich und verschwommen, erkennen nahe Objekte jedoch problemlos. Die Anzahl der Kurzsich- tigen nimmt weltweit zu. In Deutschland ist Schätzungen zufolge mindestens jeder Vierte kurzsichtig. Weitsichtigkeit Weitsichtigkeit ist eine angeborene Fehlsichtigkeit. Weit- sichtige sehen bis zum 30. Lebensjahr meist sowohl in der Ferne als auch in der Nähe gut – allerdings müssen sie da- für die inneren Augenmuskeln stark beanspruchen, was auf Dauer sehr anstrengt. GESUNDHEIT Aug nerkrankungen Bildnachweis: © Anna Ismagilova – stock.adobe.com 17 aktiv & jung 2|2019
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