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GESUNDHEIT
PATHIE
D- UND C-POTENZEN
Doch Mittel ist nicht gleich Mittel, denn jede homöopa-
thische Arznei gibt es in unterschiedlichen Potenzen. Hin-
tergrund: Da die Stoffe in Reinform zu starke Reaktionen
auslösten, begann schon Hahnemann sie zu verdünnen.
Er entwickelte eine spezielle Verdünnungsmethode, das
sogenannte Potenzieren, wobei die jeweilige Potenz den
Grad der Verdünnung beschreibt. Und so gibt es homöo-
pathische Arzneien zum Beispiel in Zehnerpotenzen (D)
und Hunderterpotenzen (C). D30 bedeutet: Der Wirkstoff
wurde dreißig Mal um das Zehnfache verdünnt. C200 da-
gegen: Der Stoff wurde 200 Mal um den Faktor 100 ver-
dünnt.
Dabei geht die homöopathische Lehre von folgender An-
nahme aus: Je höher die Potenz und damit die Verdün-
nung, desto tiefer und lang anhaltender fällt die Heilungs-
reaktion des Kranken aus. Höhere Potenzen gelten daher
als die stärkeren Arzneien – und das, obwohl sie kaum bis
gar nichts vom ursprünglichen Wirkstoff enthalten. Ein
wesentlicher Kritikpunkt – denn naturwissenschaftlich
nachvollziehbar ist diese Theorie nach derzeitigemWissen
nicht.
Doch der Gehalt an sich spiele keine Rolle, sind Homöopa-
then seit Hahnemann überzeugt. Denn nicht die Menge
an Substanz machen sie für dieWirkung der Arznei verant-
wortlich. Vielmehr sollen homöopathische Mittel wirken,
indem sie die Selbstheilungskräfte eines Patienten stimu-
lieren. Soweit die rund 200 Jahre alte Theorie. Die Grenzen
des Heilverfahrens liegen dort, wo ein Mensch diese Re-
aktionsfähigkeit eingebüßt hat – wenn beispielsweise eine
Erkrankung ein Organ oder Gewebe zerstört oder dessen
Funktion erheblich eingeschränkt hat.
GLOBULI, TABLETTEN UND TROPFEN
Die Selbstmedikation hat in den letzten Jahren enorm an
Bedeutung gewonnen. Mittel wie Arnica oder Belladonna,
Thuja oder Apis, Aconitum oder Rhus toxicodendron sind
inzwischen in vielen Hausapotheken zu finden, weil sie
sich immer wieder bei bestimmten Beschwerden bewährt
haben.
Diese Globuli sollen sie auf der Zunge zergehen lassen. Ho-
möopathische Arzneien entfalten über die Mundschleim-
haut ihreWirkung. Verschluckt wirken die Globuli dagegen
nicht, da die Magensäure sie ihrer Kraft beraubt, so die
Theorie.
Das Gleiche gilt für homöopathische Tropfen. Die richtige
homöopathische Substanz in der passenden Dosierung
zeige rasch eine Wirkung. Allerdings können die Symp-
tome bei akuten Erkrankungen, beispielsweise einer Er-
kältung, nach einigen Stunden wiederkommen. Dann ist
mitunter eine weitere Einnahme hilfreich.
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